“Einer von uns” – Sascha – aktiver Spieler

“Einer von uns” – Sascha – aktiver Spieler

Einer von uns - Sascha Wenzlaw
Einer von uns – Sascha Wenzlaw

In der Rubrik “Einer von uns” stellen wir Euch verschiedenste Menschen aus unserem Tischtennisverein TTC Eschbach vor. Das sind zum Beispiel Jugendspieler, Spieler aus dem Aktivenbereich, Förderer unseres Vereins, Eltern etc. sein. Auch passive Mitglieder kommen hier zu Wort und schildern uns unseren Verein aus ihrer eigenen Sicht und werden uns mit interessanten Geschichten begeistern.
Mit Sascha ist vor einigen Jahren ein lieber Freund und toller Sportskamerad zum TTC Eschbach gewechselt, der mittlerweile nicht mehr nur als lustiger Typ und aktiver Spieler den Verein bereichert, sondern der auch in der Vorstandschaft als ehemaliger stellv. Jugendwart und nun als neuer Schriftführer mitmischt!


Eckdaten

Name: Sascha Wenzlaw


Das möchten wir gern über Dich wissen

Wann und warum hast Du mit Tischtennis angefangen und was gefällt Dir so gut am Tischtennissport im Allgemeinen?

Es war 1987. Ich war gerade zarte 6 Jahre alt. Bei mir stand Fußball ganz hoch im Kurs. Wie bei den meistens Jungs in meinem Alter. Technisch war ich mit Diego Armando Maradonna absolut auf Augenhöhe und war bereit, für die nächste Weltmeisterschaft aufzulaufen! Die Realität sah jedoch etwas anders aus…. Ich war ein komplett talentfreier Fußballspieler, der immer ins Tor musste. 😁 Egal, Spaß hat es trotzdem immer gemacht! 😊

So ziemlich zur selben Zeit habe ich mitbekommen, dass sich bei der Schule gegenüber auch immer Kinder bei der Steinplatte getroffen haben, um Rundlauf zu spielen. Allerdings hatte ich mich nicht getraut, alleine hinzugehen. Da ich aber wusste, dass mein großer Bruder neben Fußball auch Tischtennis im Verein spielt, habe ich ihn überredet, mitzukommen. Mit dem großen Bruder an der Seite, der auch richtig Tischtennis spielen konnte, marschierten wir da rüber und spielten beim Rundlauf mit. Es hat damals richtig Spaß gemacht und ab da bin ich immer wieder mal rüber, um mit zu spielen. Doch dann wurde es Herbst / Winter. Es kamen immer weniger Kinder und es wurde auch immer schwieriger, draußen zu spielen. Also durfte ich mal mit in das Vereinstraining in die Halle. Mann, war das aufregend! Ich weiß tatsächlich noch ganz genau, wie wir in die Kleinturnhalle auf dem Münsterberg, der Heimat des TV Breisach, reingegangen sind und ich gesehen habe, wie dort richtiges Tischtennis gespielt wurde. Genau in diesem magischen Moment wurde ich infiziert und Tischtennis gehörte ab sofort zu meinem Leben. 😊

Es gibt viele Dinge, die mir am Tischtennis so gut gefallen. Man kann es fast überall spielen. Es ist relativ kostengünstig und man kann es bis in das hohe Alter spielen. Ich muß sagen, auch wenn der Tischtennissport gerne mal belächelt wird, ist es nicht nur eine der schnellsten Ballsportarten der Welt, sondern auch eine der schönsten Sportarten der Welt insgesamt! 😊

Wie bist Du beim TTC Eschbach gelandet / was war der Grund Deines Wechsels?

Bevor ich zum TTCE kam, war ich knapp 10 Jahre beim TV Ihringen aktiv. Erst als Spieler und dann als sich dort die Aktiven aufgelöst hatten, als Jugendtrainer. Das machte ich einige Jahre, bis die Jungs nach und nach volljährig wurden. Dann sind wir parallel zum Jugendtraining in der D-Klasse und später auch mal in der C-Klasse auf Punktejagd gegangen. Gefühlt war das so, als ob der Papa immer mit seinen Jungs zu den Wettkämpfen geht 😊.

Tischtennis ist nun mal nicht so der Breitensport, wie beispielsweise Fußball. Es ist eher eine relativ kleine TT-Gemeinde. Man kennt sich in der Tischtennisrunde. Und da bin ich immer wieder mal gefragt worden, ob ich nicht wechseln wollte. Was mir schon geschmeichelt hatte. Doch ich bin eine treue Seele und war ja schon fast 10 Jahre beim TVI. Da tue ich mich bei einem Wechsel dann schon schwer. Am hartnäckigsten muss ich ehrlich sagen waren die Jungs hier vom TTCE. Bis ich irgendwann mal gesagt hatte, ja ich komme mal rüber ins Training. Und ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich es eigentlich schon nach den ersten 2-3 mal gewusst hatte, dass das meine neue Tischtennisheimat wird. Der Grund war einerseits die Hartnäckigkeit (vor allem von Daniel und Jens 😉 ) und andererseits die Aufnahme der anderen Aktiven im Training. Man wird nicht als Fremdkörper betrachtet, sondern wird gleich mit aufgenommen. Für jedes Leistungslevel ist etwas dabei. Jeder spielt mal mit jedem und für jede Altersklasse ist etwas dabei. Das hatte mir schon Anfang an sehr gefallen. Und nun gehe ich schon in die fünfte Saison hier an den Start.

Was gefällt Dir am meisten an unserem Verein?

Es ist eine buntgemischte Truppe. Irgendwie ist für jeden was dabei. Sowohl spielerisch wie menschlich. Das hat mir schon von Anfang an sehr gut gefallen.

Was mir persönlich auch sehr gut gefällt, ist das Training mit Maikel Sauer. Ich finde es sensationell, dass sich der junge Mann von diesem spielerischen Format die Zeit nimmt, Training mit Spielern von der D-Klasse bis zur Bezirksliga abzuhalten. Egal auf welchem sportlichen und technischen Niveau man sich befindet, jedem wird mit derselben Aufmerksamkeit begegnet und sich Zeit für einen genommen, etwas zu zeigen.

Was hast Du persönlich und mit Deiner Mannschaft zusammen vor?

In diesem Jahr ganz klar der Klassenerhalt in der Kreisklasse B!

Positionswechsel und neue Spieler haben bei uns einiges durcheinandergewirbelt. Wir müssen uns da erst wiederfinden. Die Mannschaft ist neu formiert. Die Positionen sind teilweise neu besetzt und einige finden sich in einem anderen Paarkreuz wieder. Da braucht es schon ein bisschen Zeit, um sich auch als Team wiederzufinden. Team ist nämlich genau das Stichwort. Wir haben keine Stars bei uns in der Truppe, sondern wir kommen über das Kollektiv. Oder wie Berti Vogts es nach dem EM-Triumpf 1996 sagte: „Der Star ist die Mannschaft!“. 😊

Was zeichnet Dich im Wettkampf aus und woran verzweifeln Deine Gegner ständig?

Meine Ruhe, die Erfahrung und meine Vorhand. 😉

Wie bereitest Du Dich auf den bevorstehenden Spieltag vor?

Am Morgen des Spieltages trete ich immer erst mit dem rechten Fuß und dann mit dem linken Fuß auf die Erde. Trinke Ingwertee zum Frühstück, mache meine Joga Übungen und singe das Badnerlied, bevor ich zur Arbeit gehe.

Naja, ganz so ist es dann doch nicht… 😉

Tatsächlich habe ich kein spezielles Ritual für den Spieltag. Ich schaue, daß, sofern es geht, ich alles schon vorher vorbereite. Denn was ich gar nicht mag, ist Stress und Termindruck vor dem Spiel. Das ist aber auch das Einzige.

Was war die schwierigste oder komischste Situation im Tischtennis, an die Du Dich erinnern kannst?

Hmm…. Ziehe ich die Pause von 10 Jahren ab, spiele ich schon seit 23 Jahren Tischtennis. Das sind schon viele Eindrücke, die man mit der Zeit so gesammelt hat. Das EINE Spiel war da jetzt nicht dabei. Ein paar Sachen fallen mir da aber schon ein.

Verkehrtes Derby
Wie der Zufall es so wollte, spielten alle unsere vier Herrenmannschaften am selben Abend. Es war alles angerichtet. Die Erste hatte Heimspiel. Bei uns stand das erste Derby Zweite gegen meine Dritte an und die Vierte war auswärts im Einsatz. Doch am Nachmittag kam die Hiobsbotschaft. Ein Spieler aus der Ersten fiel aus und es war sofort klar, dass sich das muntere Ersatzspielersuchen bis runter in die Vierte ziehen würde. Und das natürlich recht kurzfristig. Und so kam es, das ich ausgerechnet beim Derby gegen meine eigene Mannschaft spielen mußte. Es war irgendwie eigenartig. Ich saß den ganzen Abend gefühlt zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite gibst du selbstverständlich alles für dein Team, auf der anderen Seite drückst du die Daumen und freust dich für jeden Punkt, den deine eigene Mannschaft erreicht. Das war irgendwie ein komisches Spiel.

Schöne Erinnerungen an Jugenderfolge
Es war 1993. Ich war beim TV Breisach aktiv. Wieviel es genau war, weiß ich leider nicht mehr genau, aber wir haben einige Male die Meisterschaft auf Kreis- und Bezirksebene gewonnen. Dreimal sogar die südbadischen Meisterschaften. Dann kam der Tag, an dem unser Trainer uns fragte, ob wir gut in der Schule seien. Was wir natürlich mit ja beantworteten. Dann fand irgendwann ein Elternabend dazu statt. Da wurde unseren Eltern und uns gesagt, das wir bei den süddeutschen Mannschaftsmeisterschaften teilnehmen dürfen. Das Turnier fand Samstag und Sonntag und in den neuen Bundesländern im 600 km entfernten Döbeln (Sachsen) statt. Aufgrund der weiten Anreise habe ich zwei Tage schulfrei bekommen. Die Anreise, das Turnier, das ganze Drumherum fand ich richtig aufregend. Für mich kleines Landei was komplett neues. Am Ende sprang der 5. Platz heraus. Ich war stolz wie Bolle! 😊
Ein kleines Schmankerl zum Schluss dazu: Ich habe damals von meinen Eltern endlich meinen lange gewünschten Schlägerkoffer bekommen, welchen ich mir schon immer gewünscht habe. Dieses Stück Kindheit benutze ich im Übrigen heute immer noch! 😊

Aus meiner Trainerzeit beim TV Ihringen
Die Jungs traten als amtierender Meister der U18 Bezirksliga in der Landesliga an. Für mich war sofort klar, dass das ein Abenteuer wird. Mittelfeld ist machbar, aber da muß auch der Wille dabei sein. Jedoch war es so, das sich die Jungs richtig groß und stark gefühlt haben. Auf der Erfolgswelle schwimmend, mitten in der Pubertät angelangt sind und der Trainer hatte sowieso aus ihrer Sicht keine Ahnung. Nach einigem Hin und Her bin ich zu der Erkenntnis gelangt, wer nicht lernen will, muß fühlen. Also hatte ich ihnen den gewünschten Freiraum gegeben. Was sich in den folgenden Ergebnissen wiedergespiegelt hatte… Dann stand am Wochenende ein Auswärtsspiel beim TTC Hasel an. Und mir war klar, so wie es läuft, wird das nix. Also hatte ich die Zügel wieder angezogen und eine klare Ansage gemacht. So geht’s nicht weiter! Da habe ich auch keine Lust über eine Stunde im Auto da rum zu gurken, mir den halben Samstag um die Ohren zu schlagen und mir diese Lustlosigkeit anzutun. Also war die Parole ganz klar: Wenn sich bei dem Spiel nichts ändert, gehe ich mit den Jungs direkt nach dem Spiel in die Erdmannshöhle (Tropfsteinhöhle in Hasel). Um noch ein bisschen Kultur mitzunehmen. Mir war bewusst, darauf hatte keiner Bock…..
Dann kam der Spieltag. Ich war gespannt ob die Ansage seine Wirkung erreicht hatte.
Ich kam 10 Minuten früher zum Treffpunkt. Und es waren tatsächlich schon alle da. Munter und ausgeschlafen. Gut gelaunt und motiviert. Einer hatte mir sogar einen Coffee to go für die Fahrt mitgebracht. Ehrlich gesagt war ich völlig perplex. Die Fahrt über war richtig gute Stimmung im Auto. Schon beim Einspielen habe ich gemerkt, die Jungs wollten zeigen, dass sie mehr drauf hatten, wie nur Zahnbelag. Und es war ein langes hart umkämpftes Punktspiel, was aber verloren ging. Man muß auch fairerweise sagen, wir waren der Underdog und es wäre auch ein Riesenüberraschung gewesen, wenn wir gewonnen hätten. 😉 Mit der Leistung und der Einstellung war ich aber völlig zufrieden. Die Jungs allerdings waren total geknickt. Auf dem Weg zum Auto hin kam dann tatsächlich die Frage: „Sascha? Müssen wir jetzt noch in die Tropfsteinhöhle?“ Doch ich war mit der Einstellung und der Leistung echt zufrieden. Und die Erleichterung, nicht noch was Kulturelles machen zu müssen. war förmlich zu spüren. 😉

Welches Spiel kommt Dir in den Sinn, wenn Du an Deinen höchsten Sieg oder Deine höchste Niederlage denkst?

Da gibt es eigentlich keines. Es gab viele gute Spiele und viele schlechte Spiele, die ich bisher gemacht habe. Aber ein spezielles gibt es da nicht wirklich.

Was machst Du in der wenigen Zeit, die Dir außer Tischtennis noch bleibt? 😉

Arbeiten. Denn ohne Moos nix los 😉. Zum Ausgleich gehe ich joggen oder Fahrrad fahren. Selbstverständlich Zeit mit meiner Familie verbringen. Ich gehe auch gerne auf Konzerte und schaue mit meinen beiden Jungs Fußball.

Was Du uns schon immer mal sagen wolltest… (z.B. einen Fun Fact über Dich)

Ich wäre lieber reich statt sexy, aber was soll ich machen? 😬


Fragenpingpong

Spielst Du lieber Einzel oder Doppel? Doppel
Angriff oder Abwehr?
Kontrollierte Offensive
Noppen innen oder Noppen außen? Innen
Training, Punktspiel oder Bier im Vereinsheim? Punktspiel
Was ist Dir bei einem “Zufallspunkt” lieber – Netzball oder Kantenball? Ganz klar der Kantenball. Wenn „zu genau“ – dann auch richtig 😉
Knapper Kampf bis zum Ende oder lieber hoch gewinnen/verlieren? Gewinnen, ist ja ganz klar. Doch tatsächlich finde ich es wichtiger, im Spiel alles gegeben zu haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.